Was hat es mit nichtheimischen Arten in Österreich auf sich?

Was hat es mit nichtheimischen Arten in Österreich auf sich?

Aktuelle Ergebnisse vieler wissenschaftlicher Arbeiten zeigen, dass es im Wald zu massiven Veränderungen durch den Klimawandel kommen wird. Nicht-heimische Baumarten werden, besonders im Hinblick auf die Klimaerwärmung, immer stärker auf geeigneten Standorten als mögliche Alternativen (zu heimischen Arten) diskutiert. Wenn man heute in Europa von nichtheimischen Baumarten spricht, sind damit Baumarten gemeint, deren natürliches Vorkommen nicht in Europa liegt. In Österreich werden aktuell über 30 nichtheimische Baumarten verwendet. Auf den Forstinventurflächen kommen am häufigsten Hybrid-Pappel, Douglasie und Robinie vor.

Invasiv oder nicht invasiv – das ist hier die Frage!

Zu den wichtigsten Forschungsfragen zählt die Einschätzung der ökologischen Risiken, welche die Verwendung von nichtheimischen Baumarten mit sich bringen kann. Denn die Einbringung einer neuen Art in ein neues Gebiet birgt ein unbekanntes Risiko. Wird die Art in Zukunft invasiv werden, sich also unkontrolliert in heimischen Lebensräumen verbreiten? Viele Bespiele, nicht nur aus der Forstwirtschaft, auch etwa aus der Landwirtschaft oder aus dem Gartenbau, haben gezeigt, dass sich Arten verselbstständigen und zu einem großen ökologischen Problem im neuen Gebiet werden können. Zu den negativen Auswirkungen von invasiven Baumarten gehören zum Beispiel die Veränderungen der Ökosystemleistungen, die Konkurrenz für heimische Arten oder Einschleppung von Pathogenen. In Österreich zählen Götterbaum, Eschenahorn und Robinie zu invasiven nichtheimischen Baumarten.

  • Douglasien (Pseudotsuga) werden in Österreich fast schon seit 200 Jahren angebaut.
  • Die Hybrid-Pappel wird vor allem in Auwäldern angebaut und in der Papierindustrie verwendet.
  • Die Robinie (Robinia pseudoacacia) ist bei uns auch unter dem Namen Schein-Akazie bekannt.
  • Der Götterbaum (Ailanthus altissima) kommt vor Allem in Städten sehr häufig vor.
  • Der Eschenahorn (Acer negundo) ist gegen Trockenheit relativ unempfindlich. Das bringt ihm Konkurrenzvorteile gegenüber so mancher heimischer Baumart.

Viele ökologische Bewertungsmethoden werden zurzeit entwickelt, um das Ausmaß der Risiken von nichtheimischen Arten zu erfassen. Darüber hinaus gewinnt das Thema zunehmend an politischer Relevanz. Mit dem Inkrafttreten der EU-Verordnung über die Prävention und das Management der Einbringung und Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten wurde in der EU ein rechtliches Instrument etabliert, um invasive Arten aus dem Handel zu verbannen und EU weit zu bekämpfen. Zurzeit betrifft diese EU-Verordnung noch keine Baumarten, allerdings haben viele europäische Länder in unterschiedlichen Gesetzesformen auf nationaler und regionaler Ebene die Verwendung von nichtheimischen Baumarten geregelt.

Ersatz für heimische Baumarten?

In Österreich ist die rechtliche Situation im Forstgesetz klar definiert. Die „forstliche Nutzung geeigneter, fremdländischer, bestandesbildender Arten und Hybriden der Gattungen“ ist auf die im Anhang des Forstgesetz 1975/ 2016 angeführten Baumarten limitiert. Die Vielseitigkeit der Forschungsarbeiten zu nichtheimischen Baumarten zeigt, dass die Frage, ob nichtheimische Bauarten als Ersatz für (unsere heimischen Arten) dienen können, keineswegs einfach zu beantworten ist. Die Antwort auf die Frage wird von den Veränderungen lokaler Standortseigenschaften und den zunehmenden, wissenschaftlichen Erkenntnissen über einzelne heimische und nichtheimische Baumarten abhängen.

Links

Klimaerwärmung: Chancen und Risiken nichtheimischer Baumarten
ALPTREES – Nachhaltige Nutzung und Bewirtschaftung von nicht heimischen Baumarten im Alpenraum
Anbauversuche mit fremdländischen Baumarten
Nichtheimische Baumarten als Fichtenersatz

Welche Baumarten haben Zukunft?

Welche Baumarten haben Zukunft?

Österreich ist zu 47,9 Prozent mit Wald bedeckt. Der Ertragswald wiederum besteht aus ca. 50 Prozent aus der Baumart Fichte, der keine glänzende Zukunft im Klimawandel vorhergesagt wird. Doch so pauschal lässt sich diese Aussage nicht für ganz Österreich treffen. Wir empfehlen eine Baumartenmischung, die an Ihren Standort angepasst ist. So ist Ihr Wald stabiler gegen schadhafte Einflüsse wie Schädlinge oder extreme Wetterphänomene. Welche Baumarten in Ihren Wald passen, können Ihnen regionale Berater und Beraterinnen am besten sagen.

Haben Sie bei der Baumartenwahl aber nicht nur die derzeitige Lage auf dem Holzmarkt im Sinn, Bäume stehen bis zur Hiebsreife 60 bis 120 Jahre oder länger im Wald. Viel wichtiger als die erzielbaren Preise ist die Zukunftsfähigkeit der Baumart. Achten Sie auf die Standortstauglichkeit und die passende Herkunft aller Baumarten in Ihrem Wald.

Eine der am häufigsten gestellten Fragen von Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern ist, welche Baumarten in Österreich Zukunft haben. Die Verunsicherung ist groß und die Antwort ist keinesfalls hundertprozentig. Trotzdem lassen sich einige Baumarten nennen, bei denen die Wahrscheinlichkeit höher ist, dass sie mit den Klimaveränderungen gut zurechtkommen werden.

Buche

Die Konkurrenzkraft der Buche ist sehr groß. Ohne die Bewirtschaftung des Menschen würden weite Gebiete Österreichs mit Buchenwald oder Buchenmischwald bedeckt sein. Sehr schwere und sehr feuchte Standorte sowie sehr trockene Gebiete im Osten Österreichs sind zu meiden. Die Buche kann als Schattenbaumart unter dem Schirm der Fichte verjüngt werden und eignet sich daher in Österreich als Baumart für einen Waldumbau zum Mischwald.

Plus

  • Verbessert Boden und die Stabilität des Bestandes
  • Hervorragendes Brennholz mit hohem Heizwert

Minus

  • Als Nutzholzlieferantin der Eiche und Edellaubbaumarten unterlegen
  • Nicht für Trockenstandorte geeignet
Die Eiche findet hier einen sehr guten Standort.

Traubeneiche und Stieleiche

Die Trauben- und die Stieleiche werden mit den zukünftigen klimatischen Bedingungen als sehr trockentolerante und tiefwurzelnde Baumarten relativ gut zurechtkommen. Mit der richtigen waldbaulichen Pflege ist die Gewinnung von Wertholz auch schon nach 90 bis 120 Jahren möglich.

Plus

  • Kommen gut mit schweren Böden, Trockenheit und höheren Temperaturen zurecht
  • Tolerieren auch schlecht nährstoffversorgte Standorte

Minus

  • Werden von der schattentoleranten, konkurrenzstarken Rotbuche verdrängt

Birke

Die Birke verjüngt sich als Pionierbaumart rasch auf brachen Flächen und trägt zur Bodenverbesserung bei.

Plus

  • Ideal als Vorwald auf größeren Schadflächen
  • Hervorragendes Brennholz
  • Auch zur Wertholzproduktion geeignet
  • Leicht abbaubare Streu verhindert Bodenversauerung

Minus

  • Nicht für den Außenbau geeignet, da das Holz nicht witterungsbeständig ist
Douglasien (Pseudotsuga) werden in Österreich fast schon seit 200 Jahren angebaut.

Douglasie

Die Douglasie wird seit etwa 135 Jahren in Österreich angebaut. Sie stammt aus Nordamerika. Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass die Baumart vor der Eiszeit in Europa heimisch war.

Plus

  • Kommt sehr gut mit sommerlicher Trockenheit zurecht
  • Liefert auch ohne Astung gutes Bauholz
  • Ist am richtigen Standort sehr stabil und wüchsig
  • Widerstandsfähig gegen Sturm

 

Minus

  • Auf Kalkstandorten ohne Braunlehmüberdeckung leistungsschwach
  • Neigt bei hoher Luftfeuchtigkeit dazu, Nadeln zu verlieren (Schütte)
  • Gefahr durch Windwurf auf schweren Böden erhöht.

Weißtanne

Die Weißtanne ist die ideale Baumart für den Mischwald. Sie kann unter vorwachsenden Pionierbaumarten gepflanzt werden da sie auch mit wenig Licht auskommen kann.

Plus

  • Kommt mit Trockenheit und Sturm besser zurecht als die Fichte
  • Für nahezu alle Standorte ab 450 Meter Seehöhe geeignet
  • Übertrifft die Fichte in der Wuchsleistung um bis zu 20%
  • Weniger anfällig gegenüber Fäulniskrankheiten
  • Gut für den Voranbau geeignet

 

Minus

  • Sehr anfällig für Wildverbiss
  • Reagiert empfindlich auf Schadstoffbelastungen
  • Bedingt geeignet für die Aufforstung von Kahlflächen

Lärche

Innerhalb des natürlichen Verbreitungsgebietes ist die Lärche eine wichtige Mischbaumart zur Anreicherung und Stabilisierung fichtenreicher Bestände. Als Pionierbaumart trägt sie wesentlich zur Wiederbestockung von Katastrophenflächen bei und ist eine wichtige Schutzwaldbaumart an der Waldgrenze. Bei zunehmender Erwärmung und Reduktion der Niederschläge kann sie in den Tieflagen nur als Mischbaumart empfohlen werden.

Plus

  • Für die meisten Standorte in Österreich geeignet
  • Hohe Sturmfestigkeit
  • Erzielt gute Holzpreise.

 

Minus

  • Nicht geeignet auf sonnseitigen, flachgründigen Standorten oder auf sehr schweren und feuchten Standorten
  • Bleibt im Zuwachs hinter der Fichte zurück

Edellaubbaumarten

Die Bedeutung der Edellaubbaumarten (Vogelkirsche, Ahornarten, Esche, Ulmenarten, Elsbeere, Speierling, Linden, Walnuss, Edelkastanie, Wildobstarten) wird zunehmen, weil sie mit höheren Temperaturen besser umgehen können. Sie eignen sich als Mischbaumarten in einem Bestand aus anderen Baumarten wie Eiche oder Buche und/oder Nadelbäume.

Plus

  • Bei richtiger Pflege – Wertastung – tragen sie auch zur Wertholzproduktion bei
  • Sehr verjüngungsfreudig

Minus

  • Geringe Konkurrenzkraft
  • Hohe Standortsansprüche
Die Bäume wurden 1966 als 3-jährige Sämlinge gepflanzt.

Weißkiefer

Die Weißkiefer, oder Waldkiefer, wächst auch an trockenen Standorten und wird dort in Zukunft an Bedeutung gewinnen.

Plus

  • Geeignet für trockene Standorte
  • Kommt gut mit kargen Böden zurecht

Minus

  • Ertrag geringer als bei Fichte oder Tanne
  • Hohe Anfälligkeit gegenüber Krankheitserregern und Schadinsekten

Roteiche

Die Roteiche stammt aus Nordamerika und wird seit Anfang des 18. Jahrhunderts in Mitteleuropa angebaut. Die Baumart gilt als sehr konkurrenzstark und sollte nicht bedenkenlos großflächig kultiviert werden.

Plus

  • Rasches Wachstum
  • Starkes Holz schon mit 70 Jahren
  • Geringe Bodenansprüche
  • Kommt gut mit Trockenheit zurecht

Minus

  • Holz ist anfälliger gegenüber Pilzen, daher als Bauholz weniger gut geeignet
  • Holz erreicht nur die Hälfte des Wertes von heimischen Eichen
  • Nicht geeignet für kalkhaltige Böden.

Schwarzkiefer

Obwohl die Schwarzkiefer kalkhaltige Böden noch besser verträgt als die Weißkiefer, besiedelt sie in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet verschiedene Bodensubstrate. Von großflächigem Anbau sollte trotzdem abgesehen werden, da die Problematik der Herkunft, die „optimale“ waldbauliche Behandlung und ihre Möglichkeiten als Mischbaumart noch nicht endgültig abgeklärt sind.

Plus

  • Sehr geringe Ansprüche an die Nährstoff- und Wasserversorgung
  • Sehr frostverträglich

 

Minus

  • Hohe Anfälligkeit gegenüber Krankheitserregern und Schadinsekten

Naturverjüngung oder Pflanzung?

Naturverjüngung oder Pflanzung?

Bei der Verjüngung sollte auf eine Zuspitzung „Naturverjüngung contra Pflanzung“ verzichtet werden, sondern man sollte beide Verfahren je nach Situation, aber auch in Kombination miteinander verwenden.

Für die Naturverjüngung sprechen

  • eine größere genetische Vielfalt,
  • eine ungestörte Wurzelentwicklung,
  • nicht immer aber häufig geringere Kosten,
  • geringere Verbissgefährdung und
  • eine absehbare qualitative Entwicklung des Folgebestandes.

Bei der Pflanzung können alle Baumarten verjüngt werden, unabhängig vom Ausgangsbestand (Baumartenvielfalt): Es kann die Mischungsform gewählt werden, welche der jeweiligen Wuchsdynamik der Baumart gut entspricht. Weiters sind mechanische Methoden der Jungwuchspflege möglich.

Wie pflanze ich richtig?

Wie pflanze ich richtig?

Die sorgfältige Pflanzung von Bäumen ist ein wichtiger Faktor für deren Gesundheit und Stabilität während ihres gesamten Lebens und daher auch von großer Bedeutung für ihre Klimafitness. Qualitativ hochwertige Forstpflanzen mit Herkunftsgarantie sind die Basis für eine klimafitte, nachhaltige und wirtschaftliche Aufforstung. Die Richtlinien des forstlichen Vermehrungsgutgesetzes sollten eingehalten werden.

Weniger zu pflanzen und auf die Qualität zu achten bringt mehr, als viele Bäume aus ungesicherter oder unpassender Herkunft zu setzen.

Vor der Aufforstung sollten Sie sorgfältige Überlegungen anstellen: Welche Baumarten und Herkünfte passen? Was ist das optimale Pflanzverfahren und die ideale Baumartenmischung? Wählen Sie Baumarten, die jetzt und in der Zukunft zu ihrem Standort passen. Setzen Sie die Pflanzen mit jenem Verfahren, welches bei geringstem Zeitaufwand einen sicheren Erfolg gewährleistet und achten Sie darauf, die Wurzeln weder zu verletzen noch zu verbiegen.

Auf die Technik kommt es an

Wichtig ist, dass beim Versetzen der Pflanze die Wurzel ausreichend Platz bekommt. Das „Hineinzwängen“ von Wurzeln in den Boden führt häufig zu Schädigungen des Wurzelsystems mit verringertem Wachstum oder dem Absterben der Pflanze. Sorgfältiges Setzen der Pflanzen ist eine Voraussetzung zur gelungenen Anlage eines neuen Bestandes.

Es gibt zum Setzen der Forstpflanzen verschiedene Verfahren. Für alle gilt:

  • Pflanzen in einer Pflanzkiste oder –sack mit feucht zugedeckten Wurzeln zur Pflanzstelle tragen
  • Pflanzen weder zu seicht noch zu tief setzen
  • alle Pflanzenwurzeln ins Erdreich bringen und die Erde andrücken
  • Pflanzenreihen und –abstände ungefähr einhalten, das erleichtert die spätere Pflege (Setzschnüre verwenden)

Der Wurzelschnitt kann trotz des richtigen Pflanzverfahrens für die vorhandene Pflanzengröße notwendig sein. Er dient der Vermeidung von gebogenen oder gedrehten Wurzeln und nicht der Geschwindigkeit beim Einpflanzen!

Was unbedingt berücksichtigt werden muss, ist das für den Baum notwendige Spross-Wurzel-Verhältnis von 3:1 bis 4:1. Um die Wurzel vor Pilzbefall zu schützen, sollte die Schnittfläche im Querschnitt maximal 2 mm betragen.

Die Pflanzlochgröße wird der Wurzel angepasst, nicht umgekehrt!

Wie können Pflanzen gesetzt werden?

Winkelpflanzung

  • Geräte: Winkelhaue, Pflanzkiste oder -sack zum Transport der Pflanzen
  • Vorteil: Einmannarbeit, hohe Leistung (500 – 800 Pflanzen pro Tag), Bodengefüge wird nicht zerstört
  • Anwendung: Für viele Baumarten (ausgenommen Tiefwurzler) auf verschiedenen Böden (ausgenommen sehr sandige oder steinige Böden)

Lochpflanzung

  • Geräte: wie bei Winkelpflanzung
  • Vorteil: Platz für größere Wurzeln, Vermeidung von Wurzeldeformationen
  • Anwendung: größere Pflanzen (Eiche, Ahorn, Pappel …)

Containerpflanzung

  • Geräte: zum Containersystem passender Hohlspaten und Trage zum Transport der Container
  • Vorteil: Pflanzung ab Spätsommer möglich, Pflanzung mit Substrat reduziert Ausfälle unter schwierigen Anwuchsbedingungen (Trockenheit)
  • Nachteil: vor allem kleine bis mittlere Pflanzen mit Alter von 1-3 Jahren
  • Anwendung: Alle Arten von Aufforstungen

Welche Jungpflanzen eignen sich am besten?

Welche Jungpflanzen eignen sich am besten?

Topf- oder Containterpflanzen sind teurer, dafür muss man weniger kaufen und es besteht weniger Ausfallrisiko. Bei wurzelnackten Pflanzen muss man mit der richtigen Pflanztechnik sehr sorgfältig setzen, damit die Wurzeln nicht beschädigt oder umgebogen werden. Manche Baumarten, wie zum Beispiel Pappel, Weide, Fichte oder Lärche kann man auch als Stecklinge bekommen. Diese Pflanzen sind genetische Klone eines Mutterbaumes und weisen seine Eigenschaften auf.

Topf-/ Containerpflanzen:

  • sehr gut ernährt
  • Wurzeln gut geschützt durch die Erde
  • Geringere Gefahr durch Pflanzschock
  • bei gutem Wurzelsystem im Topf keine Verkümmerung oder Verknotung der Wurzel
  • durch das rasche Wachstum werden sie sehr gerne Verbissen (sowohl Topf- als auch wurzelnackte Pflanzen sollten immer geschützt werden)

Wurzelnackte Pflanzen

  • Gefahr durch Verletzung der Wurzel beim Setzten
  • Gefahr, dass die Wurzeln übereinander oder verflochten in den Boden eingebracht werden
  • Gefahr des Pflanzschockes
  • Gefahr durch Austrocknung der Pflanze
  • Schwierige Lagerung, wenn das Wetter zum Pflanzen nicht stimmt

Stecklinge

  • Bei Niederwäldern
  • Zur Hangsicherung
  • Vor allem Weiden und Pappeln aber auch Fichte und Lärche

Wie viele Bäumchen soll ich auf einer Fläche pflanzen?

Diese Tanne hatte keine Probleme mit dem Spätfrost und ist gut angewachsen.

Wie viele Bäumchen soll ich auf einer Fläche pflanzen?

Wird mit Jungpflanzen aufgeforstet, ist der Pflanzbedarf zu ermitteln. Dieser ergibt sich aus der Division von aufzuforstender Fläche durch die benötigte Fläche je Pflanze. Die benötigte Fläche ist vom Pflanzverband abhängig und wird durch Pflanzabstand und Reihenabstand bestimmt. Wichtig für die Bestandesentwicklung ist die Art der Baumartenmischung.

Empfohlene Pflanzverbände bei Nadelbäumen

2,5 x 2,5 m oder 2,5 x 3,0 m oder 3,0 x 1,8 m = 1.200 – 2.000 Stück/ha

Empfohlene Pflanzverbände bei Laubbäumen

Laubholz sollte vor allem in Trupps gepflanzt werden. In den Trupps stehen beispielsweise 25 Bäume immer der gleichen Baumart in einem engen Abstand (z.B. 1 m für Eiche und Buche sowie 2 m für Edellaubhölzer). Die Trupp-Größe entspricht dabei in etwa dem Standraum eines Baumes im Endbestand (10 – 12 m). Somit ergeben sich 80 Trupps am Hektar.

Die Wahl des Pflanzverbandes hängt auch von der Intensität der Pflegemaßnahmen ab. Je häufiger Pflegemaßnahmen gesetzt werden, desto größer kann der Pflanzverband gewählt werden. Früher wurden wegen des im Vergleich zu heute schlechten Forstpflanzenmaterials oft 4.000 bis 10.000 Pflanzen/ha gesetzt. Ergebnis dieser zu dichten Pflanzungen sind Stangenholzbestände, die mit einem hohen Arbeitsaufwand und großem Anfall an minderwertigem Holz durchforstet werden müssen. Diese zu dichten Bestände sind außerdem extrem durch Schneebruch gefährdet. Mit weiteren Verbänden spart man Pflanzen- und Arbeitskosten und erreicht zudem stabilere, zuwachsreichere Bestände, die bei der Durchforstung einen höheren Anfall an wertvolleren Sortimenten ergeben.

Was ist zu tun? Pflanzen rechtzeitig bestellen!

Vorbestellungen erleichtern dem Forstgarten die jährliche Einsaatplanung. Wenn die passende Herkunft nicht verfügbar ist, dann sollten Sie mit der Aufforstung lieber noch warten. Das zahlt sich aus, weil dadurch auf lange Sicht gesehen, der Wald stabiler und gesünder wächst, als wenn man gleich eine unpassende Herkunft setzt.

Es lohnt sich also, auf die Richtige zu warten.

Wo bekomme ich junge Forstpflanzen?

Tannen warten auf der Freifläche auf ihre neuen Besitzer.

Wo bekomme ich junge Forstpflanzen?

Die Auswahl des Saat- und Pflanzgutes ist für forstliche Kulturen von größter Bedeutung, denn die einmal gewählte Herkunft ist Produktionsgrundlage für viele Jahrzehnte. Durch hohe Ausfallraten, langsamen Wuchs oder schlechte Qualität können ungeeignete Herkünfte das Betriebsergebnis entscheidend beeinflussen.

Die Informationsplattform herkunftsberatung.at hilft, das optimale Saat- und Pflanzgut für Ihren Waldstandort auszuwählen. Sie basiert auf dem nationalen Register der zugelassenen Plantagen und Saatguterntebestände des Bundesamtes für Wald, den behördlich angemeldeten Saatgutbeerntungen in Österreich sowie auf den Ergebnissen von Herkunftsversuchen am BFW.

Mit welchen Kosten muss ich bei der Aufforstung rechnen?

Mit welchen Kosten muss ich bei der Aufforstung rechnen?

Mit diesen Faustformeln können die ungefähren Kosten für eine Aufforstung ermittelt werden (Angaben für die Kosten aus dem Jahr 2020).

Pflanzleistung:

  • Winkelpflanzung: 45 Pflanzen/Stunde = 1,33 min/Pflanze
  • Lochpflanzung: 25 Pflanzen/Stunde = 2,40 min/Pflanze

Stammzahlen (Pflanzenkosten):

  • 2.000 Stück/ha (Fichte): 0,70 €/Stück = 1.400 €/ha

Pflanzverband:

  • 10.000 m²/2.000 Stück = 5 m²/Stück bei einem Pflanzenabstand von 3 m x 1,7 m

Kosten:

  • Lohn (Forstfacharbeiter) 13,00 € + Lohnnebenkosten 100 % + Werkzeugkosten 5 % = 26,65 €/Stunde
  • Winkelpflanzung: 0,59 €/Pflanze = 1.184,40 €/ha
  • Lochpflanzung: 1,07 €/Pflanze = 2.140,00 €/ha

Was muss beim Kauf von Forstpflanzen angegeben werden?

Tannen warten auf der Freifläche auf ihre neuen Besitzer.

Was muss beim Kauf von Forstpflanzen angegeben werden?

  • Baumart
  • Wuchsgebiet
  • Seehöhe wo sie gepflanzt werden sollen
  • Alter des Baumes (z.B.: Tanne 2/3 = 2 Jahre Sämling und 3 Jahre verschult = 5 Jahre)
  • Größensortierung (je nach Baumart unterschiedlich von 15/30 [= 15 bis 30 cm] bis 180 +)

Worauf achte ich bei der Übernahme von Forstpflanzen?

Worauf achte ich bei der Übernahme von Forstpflanzen?

  • Guter Ernährungszustand (gesunde Benadelung und gesunde Nadelfarbe; kräftiger Knospenbesatz)
  • Guter Frischezustand
  • Verdunstungsschutz, Achtung bei Transport und Manipulation
  • In ein feuchtes Tuch einschlagen, wenn sie nicht sofort verpflanzt werden
  • Gesundes Wurzelwerk (keine Deformationen)
  • Richtiger Wurzelschnitt (scharfes Werkzeug)
  • Stammzertifikat (Für Forstliches Vermehrungsgut wird seit 2003 bei jeder Ernte von den zuständigen Behörden ein Stammzertifikat ausgestellt (vor 2003: Begleitschein). Die Nummer des Stammzertifikats erlaubt eine eindeutige Identifizierung der Ernte und eine Verknüpfung mit der beernteten Herkunft.)