Wenn das Wasser weniger wird

Laut Prognosen müssen die heimischen Waldbäume in Zukunft häufiger mit Trockenstress umgehen. Was bedeutet das für den Wald und seine Bewirtschafter?

Trockenere Zeiten

23.07.2018

Dass es trockener wird, bedeutet nicht, dass es weniger regnen wird. Für Michael Englisch vom Institut für Waldökologie und Boden des BFW ist das nur die halbe Geschichte. "Wenn die Temperaturen steigen, haben die Pflanzen auch einen höheren Wasserbedarf. Selbst wenn die Regenmengen also gleich bleiben, bekommen wir bei wärmeren Temperaturen in manchen Gegenden ein Problem", erklärt der Wissenschaftler.

Österreich ist zu einem großen Teil mit Fichtenwald bedeckt. In vielen Regionen ist die Fichte nicht heimisch, was bedeutet, dass sie dort keine optimalen Wuchsbedingungen vorfindet und. Im Schnitt benötigt ein Fichtenwald zwischen 390 bis 450 Liter Wasser pro Jahr und Quadratmeter, Buchen und Kiefern kommen mit weniger Wasser aus. Wie vital ein Baum an einem Standort sein kann, hängt aber nicht nur vom Wasserhaushalt ab. Viele verschiedene Faktoren spielen eine Rolle. "Dazu gehören die Zahl der Bäume pro Hektar, ob sie eine lange oder kurze Krone aufweisen oder wie oft der Wald durchforstet wird", zählt Englisch auf.

Im Winter, wenn der Boden gefroren ist, brauchen Bäume kein Wasser. Wenn aber die Winter wärmer werden und die Böden nicht mehr durchfrieren steigt der Wasserverbrauch bei Nadelbäumen auch in der kalten Jahreszeit. Wenn kein Bodenwasser mehr für die Bäume verfügbar ist versuchen sie, die Produktion einzuschränken. "Das bedeutet schlechteres Wachstum", erklärt Englisch. Der Trockenstress sorgt in weiterer Folge dafür, dass die Anfälligkeit für Schädlinge ansteigt.

Ein gut gepflegter Mischbestand ist in den meisten Regionen in Österreich die Antwort auf die Trockenheit. In einem durchforsteten Wald kommt mehr Licht auf den Boden, wodurch sich Humusumsetzung und Wasserspeichervermögen bessern. Verschiedene Baumarten haben unterschiedliche Wurzelformen und wurzeln in unterschiedlichen Tiefen. Und fällt eine Baumart komplett weg, sind immer noch andere Bäume da. Das sind nur einige Gründe, warum Wälder in zukünftigen Trockenregionen jetzt schon mit Mischbaumarten aufgeforstet werden sollten.