Schutzwald im Klimawandel

Der "Internationale Tag der Berge" am 11. Dezember, der jährlich von der UN ausgerufen wird, gibt Anlass Naturgefahren, Schutzwald und jene zu schützenden Zonen in den Fokus zu rücken, die am Fuße des Berges liegen: Alpentäler.

Wald, der uns schützt

14.12.2017

Wildbach- und Lawineneinzugsgebiete erstrecken sich über zwei Drittel der Landesfläche. Und diese sind jene Lebensgrundlagen, die einen großen Teil des österreichischen ländlichen Raums sichert. Der Wald spielt dabei eine entscheidende Rolle: Schutzwald nimmt 20,5 Prozent der gesamten Waldfläche ein. Die Auswirkungen des Klimawandels tragen dazu bei, dass es für Waldbewirtschafterinnen und -bewirtschafter in Österreich immer schwieriger wird, die Schutzleistung des Waldes aufrecht zu erhalten.

Die Herausforderungen angesichts von Klima- und Gesellschaftswandel sind beträchtlich.
Dr. Peter Mayer, Leiter des BFW
In der forstlichen Praxis werden jene Wälder Objektschutzwälder genannt, da sie imstande sind, Siedlungen und Infrastrukturen vor Naturgefahren zu schützen. Da diese Wälder eine wesentliche gesellschaftliche Aufgabe erfüllen, sind sie in §21 des Forstgesetzes 1975 (2002) gesondert geregelt.

Angewandte Forschung zum Thema

Das Institut für Naturgefahren erforscht gemeinsam mit dem Institut für Waldinventur (ÖWI) in einer Reihe von Projekten, wie "Problemzonen" des österreichischen Schutzwaldes identifiziert werden können. Dabei kommen Techniken aus dem Bereich Luft- und Satellitenbilder zum Einsatz, bei denen die ÖWI ExpertInnen sind. Die kommende Ausgabe der Praxisinformation (45/17) geht konkret auf diese technischen Methoden ein.

Es geht insgesamt darum, die Schutzwaldkulisse in der forstlichen Raumplanung zu erfassen. Eine komplexe Aufgabe, wenn man bedenkt, dass knapp die Hälfte der Fläche Österreichs (47,6%) von Wald bedeckt ist und die Naturgefahren von Lawinen über Steinschlag bis Hangrutschungen reichen. Erstmals wurden für ganz Österreich die Waldflächen ermittelt, die eine direkte Schutzwirkung für Siedlungen oder Verkehrswege übernehmen.

Je genauer der Waldzustand bekannt ist, umso genauer kann auch die Wirkung beurteilt werden.
Dr. Karl Kleemayr, Leiter des Instituts für Naturgefahren