Klimafitte Baumarten

Fichte? Tanne? Eiche? Oder doch vielleicht Palme?

Was soll ich setzen?

25.03.2019

Eine der am häufigsten gestellten Fragen von Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern ist, welche Baumarten in Österreich Zukunft haben. Die Verunsicherung ist groß und die Antwort ist keinesfalls hundertprozentig. Trotzdem lassen sich einige Baumarten nennen, bei denen die Wahrscheinlichkeit höher ist, dass sie mit den Klimaveränderungen gut zurechtkommen werden.

Buche

Die Konkurrenzkraft der Buche ist sehr groß. Ohne die Bewirtschaftung des Menschen würden weite Gebiete Österreichs mit Buchenwald oder Buchenmischwald bedeckt sein. Sehr schwere und sehr feuchte Standorte sowie sehr trockene Gebiete im Osten Österreichs sind zu meiden. Die Buche kann als Schattenbaumart unter dem Schirm der Fichte verjüngt werden und eignet sich daher als Baumart für einen Waldumbau zum Mischwald.

Minus
  • Als Nutzholzlieferantin der Eiche und Edellaubbaumarten unterlegen.

    Nicht für Trockenstandorte geeignet.

Plus
  • Verbessert Boden und die Stabilität des Bestandes.

    Hervorragendes Brennholz mit hohem Heizwert.

Traubeneiche und Stieleiche

Die Trauben- und die Stieleiche werden mit den zukünftigen klimatischen Bedingungen als sehr trockentolerante und tiefwurzelnde Baumarten relativ gut zurechtkommen. Mit der richtigen waldbaulichen Pflege ist die Gewinnung von Wertholz auch schon nach 90 bis 120 Jahren möglich.

Minus
  • Werden von der schattentoleranten, konkurrenzstarken Rotbuche verdrängt.

Plus
  • Kommen gut mit schweren Böden, Trockenheit und höheren Temperaturen zurecht.

    Tolerieren auch schlecht nährstoffversorgte Standorte.

Birke

Die Birke verjüngt sich als Pionierbaumart rasch auf brachen Flächen und trägt zur Bodenverbesserung bei. 

Minus
  • Holz weist geringe Tragkraft auf.

Plus
  • Ideal als Vorwald auf größeren Schadflächen.

    Hervorragendes Brennholz.

    Auch zur Wertholzproduktion geeignet.

    Leicht abbaubare Streu verhindert Bodenversauerung.

Douglasie

Die Douglasie wird seit etwa 135 Jahren in Österreich angebaut. Sie stammt aus Nordamerika. Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass die Baumart vor der Eizeit in Europa heimisch war. 

Minus
  • Auf Kalkstandorten ohne Braunlehmüberdeckung leistungsschwach.

    Neigt bei hoher Luftfeuchtigkeit dazu, Nadeln zu verlieren (Schütte).

    Gefahr durch Windwurf auf schweren Böden erhöht.

Plus
  • Kommt sehr gut mit sommerlicher Trockenheit zurecht.

    Liefert auch ohne Astung gutes Bauholz.

    Ist am richtigen Standort sehr stabil und wüchsig.

    Widerstandsfähig gegen Sturm.

Weißtanne

Die Weißtanne ist die ideale Baumart für den Mischwald. Sie kann unter vorwachsenden Pionierbaumarten gepflanzt werden da sie auch mit wenig Licht auskommen kann.

Minus
  • Sehr anfällig für Wildverbiss.

    Reagiert empfindlich auf Schadstoffbelastungen.

    Bedingt geeignet für die Aufforstung von Kahlflächen.

Plus
  • Kommt mit Trockenheit und Sturm besser zurecht als die Fichte.

    Für nahezu alle Standorte ab 450 Meter Seehöhe geeignet.

    Übertrifft die Fichte in der Wuchsleistung um bis zu 20%.

    Weniger anfällig gegenüber Fäulniskrankheiten.

    Gut für den Voranbau geeignet.

Lärche

Innerhalb des natürlichen Verbreitungsgebietes ist die Lärche eine wichtige Mischbaumart zur Anreicherung und Stabilisierung fichtenreicher Bestände. Als Pionierbaumart trägt sie wesentlich zur Wiederbestockung von Katastrophenflächen bei und ist eine wichtige Schutzwaldbaumart an der Waldgrenze. Bei zunehmender Erwärmung und Reduktion der Niederschläge kann sie in den Tieflagen nur als Mischbaumart empfohlen werden.

Minus
  • Nicht geeignet auf sonnseitigen, flachgründigen Standorten oder auf sehr schweren und feuchten Standorten.

    Bleibt im Zuwachs hinter der Fichte zurück.

Plus
  • Für die meisten Standorte in Österreich geeignet.

    Hohe Sturmfestigkeit.

    Erzielt gute Holzpreise.

Edellaubbaumarten

Die Bedeutung der Edellaubbaumarten (Vogelkirsche, Ahornarten, Esche, Ulmenarten, Elsbeere, Speierling, Linden, Walnuss, Edelkastanie, Wildobstarten) wird zunehmen, weil sie an eine Temperaturerhöhung besser angepasst sind. Sie eignen sich überwiegend als Mischbaumarten in einem Hauptbestand aus anderen Baumarten wie Eiche oder Buche und/oder Nadelbäume.

Minus
  • Hohe Standortsansprüche

    Geringe Konkurrenzkraft

Plus
  • Bei richtiger Pflege – Wertastung – tragen sie auch zur Wertholzproduktion bei.

    Sehr Verjüngungsfreudig.

Weißkiefer

Die Weißkiefer, oder Waldkiefer, wächst auch an trockenen Standorten und wird dort in Zukunft an Bedeutung gewinnen. 

Minus
  • Ertrag geringer als bei Fichte oder Tanne.

    Hohe Anfälligkeit gegenüber Krankheitserregern und Schadinsekten.

Plus
  • Geeignet für trockene Standorte.

    Kommt gut mit kargen Böden zurecht.

Roteiche

Die Roteiche stammt aus Nordamerika und wird seit Anfang des 18. Jahrhunderts in Mitteleuropa angebaut. Die Baumart gilt als sehr konkurrenzstark und sollte nicht bedenkenlos großflächig kultiviert werden.

Minus
  • Holz ist anfälliger gegenüber Pilzen, daher als Bauholz weniger gut geeignet.

    Holz erreicht nur die Hälfte des Wertes von heimischen Eichen.

    Nicht geeignet für kalkhaltige Böden.

Plus
  • Rasches Wachstum.

    Starkes Holz schon mit 70 Jahren.

    Geringe Bodenansprüche.

    Kommt gut mit Trockenheit zurecht.

Schwarzkiefer

Obwohl die Schwarzkiefer kalkhaltige Böden noch besser verträgt als die Weißkiefer, besiedelt sie in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet verschiedene Bodensubstrate. Von großflächigem Anbau sollte trotzdem abgesehen werden, da die Problematik der Herkunft, die "optimale" waldbauliche Behandlung und ihre Möglichkeiten als Mischbaumart noch nicht endgültig abgeklärt sind.

Minus
  • Hohe Anfälligkeit gegenüber Krankheitserregern und Schadinsekten.

Plus
  • Sehr geringe Ansprüche an die Nährstoff- und Wasserversorgung.

    Sehr frostverträglich.