Borkenkäferschäden 2017 auf Rekordhöhe

Witterungsextreme, Trockenheit und überdurchschnittlich warme Temperaturen sowie viel Schadholz durch Stürme bestimmten die Waldschutzssituation 2017 in Österreich.

Ausblick 2018: besorgniserregende Ausgangslage

24.04.2018

Die Rekordwerte beim Käferholzvolumen lassen auf extrem hohe Populationsdichten bei den Schädlingen schließen. Der Winter 2017/18 fiel im gesamten Norden und Osten des Bundesgebietes überdurchschnittlich trocken aus. Von der ZAMG wurden regional Niederschlagsdefizite bis zu 55 Prozent registriert. Verschärft wird dies durch bereits vorhandene Trockenschäden aus den Vorjahren.

Stürme haben im Herbst und Winter wieder sehr hohe Mengen an Kalamitätsholz erzeugt. Ungünstigerweise fiel ein großer Teil in Einzelwürfen an. Darüber hinaus wurden viele Bäume vom Sturm zwar nicht geworfen, könnten jedoch Schäden im Wurzelbereich erlitten haben und somit geschwächt werden. Nicht in allen Beständen, besonders in höheren Lagen, konnten die Windwürfe fertig aufgearbeitet werden. Somit ist für die Borkenkäfer im Frühjahr viel befallstaugliches Holz vorhanden.

Für die Waldbesitzerinnen und -besitzer gilt als oberste Prämisse: Befallenes Material und allenfalls im Herbst oder Winter geworfenes und damit bruttaugliches Material sind umgehend aus dem Wald zu entfernen.

Sturmschäden und Trockenheit

Wesentlich für den Anstieg des Käferholzvolumens in Österreich im Jahr 2017 war der Befall von Fichten durch den Buchdrucker. Aber auch bei der Weißkiefer nahm die Bedeutung von Kiefernborkenkäfern auffällig zu. Mehrfache Trockenperioden in aufeinanderfolgenden Jahren führten im Zusammenspiel mit sonst weniger bedeutenden Schadursachen zu Schwächungen und dem Absterben der Bäume.

Stürme verursachten 2017 ein Schadensvolumen von 3,5 Mio. Festmetern. Das entspricht der 3,5-fachen Menge des Vorjahres. Die meisten Schäden fielen in Kärnten, Steiermark, Nieder- und Oberösterreich an.

Die ZAMG verzeichnete 2017 das neuntwärmste Jahr seit Beginn der Messungen im Jahr 1757 mit einem Plus von 0,9 Grad Celsius. Abgesehen vom sehr kalten Januar und September war jeder Monat überdurchschnittlich warm. Die Niederschlagsmenge war hingegen durchschnittlich. Es zeigten sich aber zeitlich und regional beträchtliche Unterschiede. Die erste Jahreshälfte war (bis auf den April) von teilweise extremer Trockenheit gekennzeichnet. Vor allem Regionen im Nordosten, die schon in den Vorjahren mit wenig Wasser Probleme hatten, waren wieder betroffen. Abseits des Alpenhauptkammes regnete es zwischen 10 und 15 Prozent weniger.

Käferholz - so viel wie noch nie

Buchdrucker (Ips typographus) Anstieg
Kupferstecher (Pityogenes chalcographus) geringer Anstieg
Verschiedene Kiefernborkenkäfer starker Anstieg
Großer Lärchenborkenkäfer (Ips cembrae) starker Anstieg
Verschiedene Tannenborkenkäfer leichter Anstieg

 

Große Unterschiede bestanden 2017 in der Entwicklung der Borkenkäferkalamität zwischen den Bundesländern. In den besonders von der Trockenheit betroffenen Regionen Wald- und Mühlviertel, die unter 10 Prozent der österreichischen Waldfläche und 11,5 Prozent des österreichweiten Fichtenvorrates repräsentieren, fiel 2017 die Hälfte des österreichischen Borkenkäferschadholzes an.

1,9 Mio. fm starker Anstieg
512.000 fm starker Anstieg
SBG 183.000 fm starker Anstieg
TIR 131.000 bzw geringer Anstieg
VBG 18.000 fm geringer Anstieg
KTN 338.000 fm gleichbleibend
STMK 295.000 fm Abnahme
BGLD 140.000 fm leichte Abnahme