Brotbaum in Gefahr

Die klimatischen Veränderungen werden Zuwachseinbußen mit sich bringen oder sogar die Existenz einiger Standorte gefährden. Für die waldbauliche Entscheidungsfindung ist daher die Auflistung möglicher Gefährdungen sowie die Identifizierung von besonders betroffenen Regionen hilfreich.

Um den Einfluss der Klimaveränderung beschreiben zu können, wurde am Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) ein Modell entwickelt, das für jeden Standort die künftige Wuchsleistung für beliebige Klimaszenarien abschätzen kann.

Da aus heutiger Sicht die Temperaturerhöhung bis zum Jahr 2100 zwischen +2 und +5 °C liegen wird und sich im gleichen Zeitraum die Niederschlagsmenge um -20 % bis +20 % verändern soll, ist für die Fichte entweder mit überwiegenden Verbesserungen (Temperatur +2 °C, Niederschlag +20 %) oder mit existenzgefährdenden Verschlechterungen (Temperatur +5 °C, Niederschlag -20 %) zu rechnen. Letztere betreffen vor allem das Mühl- und Waldviertel, das Weinviertel, das Marchfeld sowie das Burgenland und das Grazer Becken.

Ausschlaggebend für ein gedeihliches Vorkommen der Fichte sind neben der Niederschlagsmenge und der Temperatur auch Bodenbeschaffenheit und Humus. In dicht geschlossenen Fichtenbeständen verdunstet der Niederschlag oft schon auf den Nadeln und kommt nicht bis zum Boden. Außerdem verhindert die dicke Nadelschicht auf dem Waldboden die Wassereinsickerung. In vielen Fällen ist es daher die Fichte selbst, welche die Wasserhaushaltsbedingungen ihres Standortes verschlechtert.

Gefährdung durch Trockenstress

Extreme Trockenheit kann zum Absterben von Feinwurzeln führen und mehrjährige Nachwirkungen auf das Wachstum haben. Die Normalisierung der Wasser- und Nährelementaufnahme und damit auch des Zuwachses wird sich daher nur allmählich mit der Regeneration des Feinwurzelsystems wieder einstellen. Versuche mit dem neuen Wachstumsmodell haben gezeigt, dass die Verjüngung wesentlich sensibler auf Trockenheit reagiert als ältere Bestände. Die Verjüngung kann daher als Frühwarnsystem angesehen werden.

Weitere Gefährdungen

Ausschlaggebend für ein gedeihliches Vorkommen der Fichte sind neben der Niederschlagsmenge und der Temperatur auch Bodenbeschaffenheit und Humus. In dicht geschlossenen Fichtenbeständen verdunstet der Niederschlag oft schon auf den Nadeln und kommt nicht bis zum Boden. Außerdem verhindert die dicke Nadelschicht auf dem Waldboden die Wassereinsickerung. In vielen Fällen ist es daher die Fichte selbst, welche die Wasserhaushaltsbedingungen ihres Standortes verschlechtert.

Extreme Trockenheit kann zum Absterben von Feinwurzeln führen und mehrjährige Nachwirkungen auf das Wachstum haben. Die Normalisierung der Wasser- und Nährelementaufnahme und damit auch des Zuwachses wird sich daher nur allmählich mit der Regeneration des Feinwurzelsystems wieder einstellen. Versuche mit dem neuen Wachstumsmodell haben gezeigt, dass die Verjüngung wesentlich sensibler auf Trockenheit reagiert als ältere Bestände. Die Verjüngung kann daher als Frühwarnsystem angesehen werden.

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Gefahr durch Windwurf ist immer ein Thema, die zukünftige Häufigkeit von Sturmereignissen lässt sich jedoch schwer prognostizieren.
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Großflächige Schäden durch den Buchdrucker werden sich in Zukunft häufen.

Was können wir tun?

Stehen Fichtenbestände in gefährdeten Regionen zur planmäßigen Verjüngung an oder zeigen sich bereits Tendenzen zur vorzeitigen Bestandesauflösung, so ist im Sinne der Risikostreuung die Begründung von Mischbeständen durchaus empfehlenswert. Naturverjüngung wäre
grundsätzlich eine gute Option, fällt diese aber aufgrund von Trockenheit häufiger aus, ist ein Wechsel auf trockenheitsresistentere Baumarten anzuraten. In Regionen und auf Standorten mit hoher Windwurfgefahr sollte die bisherige Baumartenwahl ebenfalls kritisch betrachtet werden.

Fichtenbestände, die noch einen Großteil ihres Bestandeslebens vor sich haben, sollten nach einem Konzept bewirtschaftet werden, das frühe und intensive Durchforstungen vorsieht (Oberhöhe 12-15 m). Das entschärft Trockenstresssituationen, fördert das Durchmesserwachstum und führt zu vitalen und stabilen Bäumen.

Ab einer Oberhöhe von zirka 25 m sollten keine Eingriffe mehr gemacht werden, die zu einer Auflockerung des Kronendaches führen. Der Bestandesrand sollte bei Windwurfgefahr winddurchlässig sein, da zu dichte Bestandesränder Turbulenzen verursachen und zum Wurf des dahinter liegenden Bestandes führen können.

Dort, wo die Fichte auch in Zukunft gute Wuchsbedingungen vorfindet und wo auch künftig Aufforstungen durchgeführt werden sollen, ist auf ein geeignetes Pflanzverfahren zu achten; denn Sorgfalt beim Pflanzen führt ebenfalls zu höherer Stabilität.