Wegweiser zur Forstförderung

Die forstliche Förderung wird in Österreich entweder im Rahmen des EU-Programms für die Entwicklung des ländlichen Raums (LE 14 - 20) oder über Landesförderungen finanziert..

Programm für die Entwicklung des ländlichen Raums 2014-2020

Mit diesem Programm wird sichergestellt, dass die ländlichen Regionen in Österreich auch weiterhin innovativ und attraktiv bleiben und für kommende Herausforderungen gut vorbereitet sind. Bis 2020 stehen jährlich für alle landwirtschaftlichen Maßnahmen 1,1 Milliarden Euro zur Verfügung, mehr als die Hälfte davon wird von der EU finanziert. Im Bereich Forstförderung stehen für die gesamte Förderperiode von 2014 – 2020 insgesamt 280 Mio. Euro zur Verfügung.

An der Umsetzung des österreichischen Programms für ländliche Entwicklung 2014 – 2020 sind bundesweit viele verschiedene Stellen beteiligt. Diese übernehmen im Rahmen ihrer Tätigkeit unterschiedliche Funktionen in der Abwicklung – sei es als Einreich- und/oder Bewilligende Stelle.
Hier finden Sie eine nach Bundesländern und Vorhabensarten aufgegliederte Übersicht der für die Umsetzung des österreichischen Programms für ländliche Entwicklung 2014 – 2020 zuständigen Einreich- bzw. Bewilligenden Stellen.

Ablauf einer Förderung

1. Schritt Sie haben ein Vorhaben und wollen sich bei der Durchführung unterstützen lassen? Nehmen Sie mit Ihrer Bezirksforstinspektion oder Ihrer Bezirksbauernkammer Kontakt auf. Viele Förderungen schreiben diese Kontaktaufnahme vor und verlangen ein Beratungsformular für den Förderantrag.

2. Schritt Stellen Sie den offiziellen Antrag bei der zurständigen Einreichstelle, das ist die Bezirksforstinspektion. Ihr Berater wird Ihnen dabei helfen. Das Beratungsformular muss bei bestimmten Anträgen beigefügt werden. Das Datum des Entgegennahmeschreibens der Einreichstellt gilt als Stichtag für die Kostenanerkennung.

3. Schritt Nach diesem Stichtag können Sie auf eigenes Risiko mit der Umsetzung des Vorhabens beginnen. Es besteht noch kein Rechtsanspruch auf die Förderung. Die Bezirksforstinspektion prüft alle Unterlagen und gibt sie dann an die bewilligende Stelle im Land weiter. Dort wird das Vorhaben ein weiteres Mal geprüft. Danach beginnt das Auswahlverfahren. Die Anträge werden mit Punkten bewertet und gereiht. Erreicht das Vorhaben die Mindestpunktezahl und sind genügend Mittel vorhanden, wird der Antrag bewilligt und ein Bewilligungsschreiben ausgestellt.

4. Schritt Ab jetzt besteht Rechtssicherheit. Sofern Sie noch nicht auf eigenes Risiko mit der Umsetzung begonnen haben, können Sie ab dem Datum des Bewilligungsschreibens mit Ihrem Vorhaben starten. Heben Sie unbedingt alle Belege und Rechnungen auf und dokumentieren Sie alle Schritte. Bei Abweichungen vom Antrag muss die Förderstelle unverzüglich informiert werden.

5. Schritt Nach Beendigung der Arbeiten oder bei längeren Projekten auch dazwischen kann ein Zahlungsantrag eingereicht werden. Dabei werden Belegaufstellungen, Rechnungen, Eigenleistungsaufstellung u.s.w. an die Einreichstelle gesandt. Die Bezirksforstinspektion prüft die Unterlagen und leitet die Dokumente an die bewilligende Stelle im Land weiter, wo er ein weiteres Mal fachlich und formal geprüft wird. Ist alles korrekt, werden die Fördermittel freigegeben. Die AMA (Agrarmarkt Austria) führt  stichprobenartige Kontrollen durch und zahlt dann die genehmigte Förderung an den Förderwerber aus.

Wofür gibt es Förderungen?

Für folgende Maßnahmen werden Förderungen ausbezahlt (Auflistung der Maßnahmen nicht vollständig):

  • Errichtung von Forststraßen
  • Waldbauliche Maßnahmen im Wirtschafts- und Schutzwald
    • Misch- und Laubwaldaufforstungsmaßnahmen nach Katastrophen oder für
      Bestandesumwandlungen 
    • Pflegemaßnahmen bis 10 bzw. 20 Meter Oberhöhe
    • Pflegemaßnahmen bis 20 Meter mit Seilkran
    • Einleitung der Naturverjüngung mit Seilkran
  • Forstschutzmaßnahmen (Fangbäume, Mulchen und Hacken von befallstauglichem Material, Entrindung, Rüsselkäferbekämpfung)
  • Zäune zur Kontrolle von Wildverbiss (bis 100 ha Waldfläche)
  • Erstellung von betrieblichen und überbetrieblichen Plänen
  • Ökologische Maßnahmen (zB Einzelbaumförderung für Totholz und Höhlenbäume, Ameisen- und Vogel- und Fledermausschutz, Waldränder, Kopfweiden, Pflege von Mittel- und Niederwald, Einbringung und Schutz von seltenen Baumarten, bestandesschonende Bringung mit Pferd und Logline)
  • Saatgutbeerntung und Geräte für Forstgärten
  • Kooperation von Forstwirtschaft und Holzwirtschaft, Innovationen, Zusammenarbeit

Bei allen Maßnahmen gibt es zahlreiche Vorgaben und Einschränkungen, Ihr Forstberater hilft Ihnen dabei, die richtige Maßnahme für Ihren Wald zu finden.